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Künstlerinnen – Die andere Seite der Moderne. Teil VI: Die 1980er und 90er Jahre

Seminarreihe mit Dr. Annegret Friedrich
20. Februar 2016 - 13. März 2016 (11.00 Uhr - 14.00 Uhr)

In den 1980er und 90er Jahren tritt eine neue Generation feministisch engagierter Künstlerinnen auf den Plan. Ihnen geht es nun weniger um eine angemessene Darstellung „der Frau“, sondern um Grundsätzlicheres – den „Bildstatus des Weiblichen“.

Hintergrund sind neue Lektüren der Psychoanalyse, der Linguistik sowie der Gendertheorien einer Judith Butler. Einsprüche der „women of colour“ und, verstärkt seit der AIDS-Krise, der „queer people“ machen zudem die normativen Ausschlüsse in gesellschaftlichen Institutionen wie dem Kunstbetrieb, aber auch im weißen westlichen Feminismus sichtbar.

I. Differenzen

Mit verstörenden Sprachinstallationen intervenieren Jenny Holzer und Barbara Kruger im öffentlichen Raum. Rosemarie Trockel nutzt „weibliche“ Materialien wie Wolle oder Herdplatten für subversive Kommentare zu männlichen Schöpfungsmythen. Anna Oppermann, Annette Messager und Sophie Calle bearbeiten Erinnerungen und autobiographische Fiktionen. Und während die „bad girls“ der “Young British Artists” Tracey Emin und Sarah Lucas mit gezielten Schocks aufwarten, betreibt Andrea Fraser radikale Institutionskritik.

II. Andere „Andere“

Adrian Piper macht seit den 1970er Jahren auf alltägliche Rassismen nicht nur in der visuellen Kultur aufmerksam. Faith Ringgold hinterfragt parodierend die westliche Geschichte der Avantgarde, Carrie Mae Weems setzt sich mit der wissenschaftlich verbrämten Kolonialfotografie, Kara Walker mit Stereotypen der rassistischen Karikatur auseinander. Nan Goldin und Catherine Opie zeigen „queere“ Realitäten, Marlene Dumas und Jenny Saville unbequem-unheimliche Körperlichkeiten. Mit Louise Bourgeois und Cindy Sherman gefragt: Wo beginnt das „Abjekte“?

LEITUNG Dr. Annegret Friedrich
TERMINE Samstag, 20. Februar 2016; Sonntag, 13. März 2016, jeweils 11 bis 14 Uhr
KOSTENBEITRAG 40 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 10 Euro (ggf. zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr.  Annegret Friedrich
Dr. Annegret Friedrich
Studium der Kunstgeschichte, Geschichte und Musikwissenschaft in Karlsruhe, Tübingen und Hamburg; Promotion 1993. Lehrte an der HBK Braunschweig und den Universitäten Trier, Gießen und Hamburg; lebt seit 2008 als freiberufliche Dozentin und Studienreiseleiterin in Hamburg.