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Pracht und Elend. Bilder der Prostitution von Manet bis Picasso

Seminar mit Florian Britsch und Dr. Alice Gudera
08. März 2016 (10.00 Uhr - 14.00 Uhr)
Wir bieten dieses Seminar alternativ auch am 19.3.2016 an.

Ob Manets „Olympia“ oder seine „Nana“, Picassos „Demoiselles d’Avignon“ oder die Bordellszenen von Degas, van Gogh und Toulouse-Lautrec – in der modernen Malerei wird die Prostituierte zur Protagonistin auf der Leinwand. Kaum ein Thema hat die (wohlgemerkt: männlichen) Künstler zwischen 1850 und 1910 stärker fasziniert. Eine große Ausstellung im Pariser Musée d’Orsay und im Amsterdamer Van Gogh Museum untersucht nun erstmals die prägende Rolle, die das Motiv für die Entwicklung der modernen Malerei gespielt hat.

Insbesondere im Paris des Zweiten Kaiserreichs und der Belle Époque erweist sich die Prostitution als zentrales Thema der Kunst. Die Stadt befand sich zu dieser Zeit in einem grundlegenden Wandel: neues Babylon für die einen, "Stadt des Lichts" für die anderen. Sie bot den „Malern des modernen Lebens“ zahlreiche Orte, an denen der kodierte Reigen der käuflichen Liebe beobachtet werden konnte. In ihren Darstellungen vermischen sich genaue Beobachtung und Vorstellungskraft, Objektivität und Indiskretion, klinischer Blick und ungezügelte Phantasie. Das Spektrum reicht von mittellosen Straßendirnen über Wäscherinnen und Modistinnen, die vom sozialen Aufstieg träumten, bis hin zu wohlhabenden Kurtisanen und Halbweltdamen, jenen „Grandes Horizontales“, welche die Werke Manets bevölkern.

Der rasante Anstieg und die überdeutliche Präsenz der Prostitution im Zweiten Kaiserreich hatte eine Kunst zur Folge, die den idealisierten, meist mythologischen Aktdarstellungen des offiziellen Kunstbetriebs beeindruckende Bilder sozialer Wirklichkeit entgegen stellte. In der Kunst Picassos schließlich mündet die Absage an das akademische Schönheitsideal zum Bruch mit der klassischen abendländischen Kunstauffassung schlechthin und damit zur Geburt der Moderne.

Die Veranstaltung findet im Seminarraum statt.

LEITUNG Dr. Alice Gudera, Florian Britsch, M. A.
TERMIN Dienstag, 8. März 2016, 10 bis 14 Uhr
KOSTENBEITRAG 29 Euro, Zuzahlung für Nicht-Mitglieder 5 Euro (ggf. zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr.  Alice  Gudera
Dr. Alice Gudera
Studium der Kunstgeschichte und Anglistik in Bochum und Berlin, Promotion über ein Hauptwerk der mittelalterlichen Goldschmiedekunst. Mitarbeit an Ausstellungen, Publikationen über mittelalterliche Kunst sowie Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Freie Mitarbeiterin der Kunsthalle Bremen und der Freunde der Kunsthalle.
 Florian Britsch, M. A.
Florian Britsch, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Germanistik und Geschichte in Hamburg. Fachgebiete: Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts. Als Mitarbeiter der Freunde der Kunsthalle zuständig für das Veranstaltungsprogramm. Veröffentlichungen zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts; Lehrauftrag an der Hochschule für Musik und Theater / Theaterakademie Hamburg.