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Manet – Sehen. Der Blick der Moderne. Seminar zur Ausstellung

Seminar mit Diana Wiehn, M. A. und Dr. Daniel Koep
16. August 2016 (13.30 Uhr - 16.30 Uhr)
ausgebucht
Wir bieten dieses Seminar zusätzlich auch am 23.8.2016 an.

Die Ausstellung „Manet – Sehen“ vereint zentrale Meisterwerke eines Malers, der als bahnbrechender Pionier der Moderne gilt. Im Schaffen Édouard Manets (1832–1883) manifestiert sich kunsthistorisch erstmals in aller Deutlichkeit ein neuer Blick, der die Veränderungen seiner Zeit auf mehreren Ebenen wiedergibt.

Im Paris der Impressionisten bot sich eine Vielzahl moderner Ansichten. Der Blick der Menschen wurde durch neue Sichtachsen privilegiert, die Stadt wurde zu einer Bühne, auf der das Spektakel des modernen Lebens zu erleben war: Die Schaufenster großer Kaufhäuser, die Mode der Pariser Damen, der Tourismus und das legendäre Pariser Nachtleben setzten immense Reize. Manet malte diese Anblicke, ohne über deren Schattenseiten hinwegzusehen; dies zeigt nicht zuletzt der oftmals entfremdete Blick seiner Protagonisten.

Zusätzlich wurde der Blick des Großstadtbewohners durch die Photographie sowie eine ungekannte Flut an Druckerzeugnissen zu einem indirekten und vermittelten Sehen. Manets Gemälde lassen erstmals erahnen, dass der Blick der Moderne vor allem von reproduzierten Bildern geprägt ist. Sie spiegeln auch wieder, dass der Blick des Künstlers selbst einer tiefgreifenden Veränderung unterworfen war. Als Flaneur wurde seine Perspektive fließend; die dauerhaften Veränderungen der Stadt ließen ein statisches Bild nicht länger zu. In der modernen Großstadt blickte Manet zudem auf sich selbst als sein eigener Vermarkter und verstand seine Bilder als Produkte, die sich in der Flut der Waren und Spektakel zu bewähren hatten.

Das Seminar geht der Frage nach, wie diese Veränderungen des Blicks in die Kunst Manets eingeflossen sind und weshalb er, wie kein anderer, als „Maler des modernen Lebens“ gilt.

Die Veranstaltung findet in der Ausstellung statt.

LEITUNG Dr. Daniel Koep, Diana Wiehn, M. A.
TERMIN Dienstag, 16. August 2016, 13.30 bis 16.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 24 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr. Daniel Koep
Dr. Daniel Koep
Studium der Kunstgeschichte und Betriebswirtschaftslehre in Berlin, Mitarbeiter der Museumspädagogik der Stiftung Museen Preußischer Kulturbesitz. B.A., M.A. und Ph. D. am Courtauld Institute, London; Promotion über Gerhard Marcks. Fachgebiet: Kunst seit 1800, insbesondere Skulptur des 20. Jahrhunderts. Von 2007 bis 2008 Wissenschaftlicher Assistent an der Hamburger Kunsthalle, seither Assistent des Direktors.
 Diana Wiehn, M. A.
Diana Wiehn, M. A.
geb. 1981. Freie Kunsthistorikerin; seit 2015 kuratorische Assistenz für „Manet – Sehen. Der Blick der Moderne“ in der Hamburger Kunsthalle. Ausbildung zur Bankkauffrau; Studium der Kunstgeschichte und Anglistik in Frankfurt am Main und Krakau, 2014 Magisterabschluss mit einer Neubetrachtung des Garelzyklus auf Schloss Runkelstein (Südtirol).