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Von der Aufklärung zur „Franzosenzeit“: Kunst und Literatur in HH im 18. u. frühen 19. Jahrhundert

Seminar mit Dr. Gabriele Himmelmann
29. Juni 2016 (13.00 Uhr - 17.00 Uhr)
Wir bieten dieses Seminar alternativ auch am 21.6.2016 an.

Hamburg war im 18. Jahrhundert eine Hochburg des aufgeklärten Denkens. Es entstanden zahlreiche Salons, im bürgerlichen Hamburg in Abgrenzung zum Adel „Theetisch“ genannt, in denen sich eine rege Auseinandersetzung mit den philosophischen und literarischen Diskursen der Zeit entwickelte. Das frühe 19. Jahrhundert war dann vor allem geprägt durch die napoleonischen Kriege: Die französischen Besatzer bestimmten seit 1806 das Leben in Hamburg; im Jahr 1813 kam es zur Belagerung.

Die Kulturgeschichte dieser Zeit wird insbesondere in der Porträtkunst lebendig. Ein Vergleich zwischen Balthasar Denners „Kindern des Ratsherren Brockes“ (1724) und Philipp Otto Runges „Hülsenbeckschen Kindern“ (1806) dokumentiert beispielsweise eindrücklich den sich verändernden Blick auf die Kindheit. Spannungsvoll ist auch Jean-Laurent Mosniers Wirken in Hamburg: Als Revolutionsflüchtling kam der gefeierte Maler in die Hansestadt und porträtierte hier das gehobene Bürgertum, darunter Elisabeth Hudtwalcker und Engel Christine Westphalen. Insbesondere Westphalen stand als schriftstellernde Frau in Hamburg in hohem Ansehen; für ihre Gedichte, die während der napoleonischen Besatzung entstanden, wurde sie von der Stadt mit einer goldenen Gedenkmünze ausgezeichnet. Eine weitere schreibende Frau war Margarethe Milow, Elisabeth Hudtwalckers Schwägerin. Sie erlangte Bekanntheit durch ihre Lebensaufzeichnungen und ist eine der wenigen Nichtadeligen des 18. Jahrhunderts, die ihr Leben schriftlich niederlegten.

Wir beschäftigen uns in diesem Seminar sowohl mit den Kunstwerken als auch mit den unterschiedlichen Textsorten, die zu der Zeit in Hamburg entstanden sind. Im Zusammenspiel von Kunst und Literatur entsteht so ein prägnantes Bild der Epoche.

Die Veranstaltung findet in der Sammlung sowie im Seminarraum statt.

LEITUNG Dr. Gabriele Himmelmann
TERMIN Mittwoch, 29. Juni 2016, 13 bis 17 Uhr
KOSTENBEITRAG 26 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr. Gabriele Himmelmann
Dr. Gabriele Himmelmann
Studium der Kunstgeschichte und Literaturwissenschaften; seit Jahren freiberuflich in der Erwachsenenbildung tätig, u. a. regelmäßig für die Freunde der Kunsthalle. Außerdem Lehrbeauftragte für Kunstgeschichte am Institute of Design, der Arbeitsstelle für wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Hamburg sowie an der TU Hamburg-Harburg.