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Max Liebermann – Bürger, Künstler, Sammler. Teil II: Liebermann und die Bilder des modernen Lebens

Seminarreihe mit Dr. Alice Gudera
27. Oktober 2016 (10.30 Uhr - 14.30 Uhr)
ausgebucht
Wir bieten dieses Seminar alternativ auch am 6.11.2016 an.

Max Liebermanns künstlerische Schaffensperiode fällt mit je dreißig Jahren in das 19. wie in das 20. Jahrhundert. Im ersten Teil der Seminarreihe haben wir uns intensiv der Zeit vor 1900 gewidmet, als Liebermann mit seinen naturalistischen Arbeits- und Gruppendarstellungen zur Avantgarde gehörte. Die Jahrhundertwende markiert einen Umbruch: Liebermann, Vorreiter der Moderne in Deutschland und Präsident der neu gegründeten Berliner Secession, entfernt sich vom Arbeitsethos der frühen Werke und malt moderne Themen, insbesondere solche bürgerlicher Freizeitbeschäftigung.

Was sich bereits mit dem „Biergarten in Brannenburg“ von 1893 abzeichnete, bekommt jetzt stärkere Konturen. Seine Motive fand der Künstler zwar noch immer vorwiegend in Holland, nun aber im sonnenbeschienen Amsterdamer Zoo oder in aufblühenden Badeorten wie Scheveningen. Moderne Sportarten wie Reiten, Tennis und Polo nehmen einen breiten Raum ein. Die Farbpalette hellt sich auf, der Pinselstrich wird sehr skizzenhaft, so dass Liebermann fortan als Hauptvertreter des sogenannten „deutschen Impressionismus“ gelten darf. Der zunehmend geschätzte Künstler findet darüber hinaus bei den zahlreichen Porträts der Geistesgrößen seines Umfeldes zu einer zeitgemäßen malerischen Charakterisierung des Gegenübers.

1909 erwarb Liebermann ein Grundstück am Wannsee. Haus und Garten werden ihm Rückzugsort und zugleich Quell zahlreicher Arbeiten. In diesem Refugium gelang ihm in Zeiten politischer Veränderungen und unter bedrohlich wachsendem Antisemitismus ein fulminantes Spätwerk. Der Blick auf Liebermann nach 1900 bis zum seinem Tod 1935 schließt auch sein großes kulturpolitisches Engagement innerhalb der Secession und der Akademie der Künste ein.

Das Seminar findet in der Sammlung sowie im Veranstaltungsraum statt.

LEITUNG Dr. Alice Gudera
TERMIN Donnerstag, 27. Oktober 2016, 10.30 bis 14.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 26 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr.  Alice  Gudera
Dr. Alice Gudera
Studium der Kunstgeschichte und Anglistik in Bochum und Berlin, Promotion über ein Hauptwerk der mittelalterlichen Goldschmiedekunst. Mitarbeit an Ausstellungen, Publikationen über mittelalterliche Kunst sowie Malerei des 19. und 20. Jahrhunderts. Freie Mitarbeiterin der Kunsthalle Bremen und der Freunde der Kunsthalle (www.alicegudera.de).