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Bildende Kunst im Nationalsozialismus: Die NS-Kunstpolitik und die Geschichte der „Entarteten Kunst“

Seminar mit Dorith Will, M. A.
09. Februar 2018 (14.00 Uhr - 17.00 Uhr)

Die Kampagne „Entartete Kunst“ und die schon in den 1920er-Jahren einsetzende Diffamierung der Moderne gehören zum schmerzlichsten Kapitel der deutschen Kunstgeschichte. Nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten 1933 wurde die ästhetische Moderne in Deutschland systematisch verfolgt, und die neu eingerichtete „Reichskulturkammer“ übernahm mit einem umfassenden Kontrollapparat die Regelung aller künstlerischen Angelegenheiten.

Am 19. Juli 1937 wurde schließlich in München die Ausstellung „Entartete Kunst“ eröffnet. Im Vorfeld waren dafür in einer beispiellosen Aktion etwa 20.000 Werke aus den Sammlungen der deutschen Museen beschlagnahmt worden. Zeitgleich präsentierten die Machthaber im „Haus der Deutschen Kunst“ die erste „Große Deutsche Kunstausstellung“; hier waren jene Kunstwerke versammelt, die – im Namen eines anti-modernen „Volksempfindens“ – als rassisches Vorbild und politisch-moralische Ordnungsinstanz dienen sollten.

So rigoros die Ablehnung der ästhetischen Moderne war, die Vorgaben für das, was nationalsozialistische Kunst zu sein hatte, waren über lange Zeit weit weniger eindeutig. Zwischen Widerstand, Anpassung und aktiver Teilnahme gab es daher für Künstler eine Vielzahl von Handlungsoptionen. In unserem Seminar sollen die Strukturen, aber auch die Widersprüche, die Willkür und die Dynamik der NS-Kunstpolitik vorgestellt werden – nicht zuletzt mit Blick auf einzelne Künstler und ihre Situation während der NS-Zeit.

Abschließend beleuchten wir die sogenannte „Verwertung“ der beschlagnahmten sowie der enteigneten oder unter Zwang verkauften Werke und damit das Thema Kunsthandel im NS; das Seminar kann so auch als Vorbereitung auf die Studienreise nach Bonn und Düsseldorf dienen (siehe S. 43).

Das Seminar findet im Veranstaltungsraum statt.

LEITUNG Dorith Will, M. A.
TERMIN Freitag, 9. Februar 2018, 14 bis 17 Uhr
KOSTENBEITRAG 24 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

 Dorith Will, M. A.
Dorith Will, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Literaturwissenschaft in Hamburg und Florenz. Seit 2000 als freie Mitarbeiterin in der Hamburger Kunsthalle tätig. Schwerpunkte sind neben der Kunstgeschichte vor den Originalen die Entwicklung der Kunst seit 1960 und deren Materialaspekte sowie ästhetische Fragestellungen.