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Upside Down und Inside Out – Künstlerisches Material zwischen Haptik und Semantik

Seminar mit Nana Kintz, M. A. und Christian F. Kintz
24. März 2018 (13.00 Uhr - 17.00 Uhr)

Leinwand, Pigment, Öl, Marmor oder Papier bildeten noch im 19. Jahrhundert das klar begrenzte Materialrepertoire der Kunst. In der zeitgenössischen Kunst ist der Wahl der Mittel dagegen keine Grenze gesetzt: Vom Stahlrohr über Schimmel bis zu LED-Leuchtmitteln ist alles möglich. Einen besonderen Stellenwert nimmt seit den 1960er-Jahren der lebendige Körper – und insbesondere der Künstlerkörper – als Material ein. Zahlreiche Künstler und Künstlerinnen verhandelten zu der Zeit gesellschaftliche wie künstlerische Diskurse unter Einsatz ihres Körpers. In Arbeiten wie „Bouncing in the Corner“ von 1968 erkundete Bruce Nauman seinen Atelierraum mit dem eigenen Körper und setzte diesen mittels der neu entwickelten Handvideokamera ins Bild. Was ist hier das Material der künstlerischen Arbeit – der eingesetzte Körper oder das Video, welches ihn darstellt? Wo verlaufen die Grenzen zwischen Material, Motiv und Medium? Was bedeutet die Materialität für die künstlerische Aussage? Diesen und anderen spannenden Fragen rund um das Material der Kunst wollen wir aus kunsthistorischer und künstlerischer Sicht nachgehen.

Die Sammlungspräsentation „Bouncing in the Corner – Die Vermessung des Raumes“ eignet sich hervorragend, um einen Blick auf die unterschiedlichen Materialien und Materialitäten und deren Ikonographie zu werfen. Zunächst verschaffen wir uns einen kunsthistorischen Überblick, um im zweiten Teil des Seminars anhand von Materialproben in kleinen Versuchen „handgreiflich“ zu werden: Wir erkunden verschiedene Materialien haptisch und auch semantisch, bevor wir im dritten Teil im Gespräch vor Originalen unsere Wahrnehmung der Materialien und ihrer Bedeutungen ausloten.

Das Seminar findet im Veranstaltungsraum sowie in der Sammlung der Galerie der Gegenwart statt.

LEITUNG Nana Kintz, M. A., Christian F. Kintz
TERMIN Samstag, 24. März 2018, 13 bis 17 Uhr
KOSTENBEITRAG 32 Euro inkl. Materialkosten, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Christian F. Kintz
Studium der freien Kunst an der Freien Akademie für Bildende Kunst in Freiburg und der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Hamburger Arbeitsstipendium / Hubertus Wald Stipendium. Vertreten in Sammlungen wie Museum gegenstandsfreier Kunst Otterndorf, Haus Konstruktiv Zürich, Ege Kunst- und Kulturstiftung Freiburg. Der zentrale Schwerpunkt seiner künstlerischen Arbeit liegt auf Farbe als Inhalt und Material.
Nana Kintz
Studium der Kunstgeschichte, Romanistik und Volkskunde in Marburg, Ferrara und Hamburg. 2017 Dissertation an der Universität Hamburg über Religion und Kirche im Pariser Dadaismus und Surrealismus. 2015–2017 Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Deichtorhallen Hamburg. Seitdem auf kulturpolitischer und praktischer Ebene in der Kulturellen Bildung tätig.