Der Glanz des imperialen Rom schien unter den Päpsten der Frühen Neuzeit in christlichem Gewande wiederzuerstehen. Ein Höhepunkt der urbanistischen Revitalisierung sind dabei die extravaganten Platzanlagen des Barockzeitalters, in deren Mittelpunkt meist aufwendige Brunnen stehen, deren verschwenderisch sprudelndes Trinkwasser immer noch antiken Leitungssystemen entstammt. Von der Piazza di Spagna mit der spielerisch versinkenden Barcaccia über die grandiose Piazza Navona mit Gianlorenzo Berninis triumphaler Inszenierung des Vierströmebrunnens bis zur weltberühmten Fontana di Trevi, die die Schaufassade eines Stadtpalastes in ein zerklüftetes Felsmassiv verwandelt, aus dem Okeanos mit seinem Gefolge heraustritt, während sich mit lautem Rauschen eine Kaskade in ein bühnenartig inszeniertes Becken ergießt: Natur und Kultur werden in den Monumenten zu ebenso sinnreichen wie sinnlichen Synthesen gebracht, deren gestalterische Raffinesse und ideellen Gehalt es zu entdecken gilt.
