Gesellschafts- und Geschlechterdiskurse, Frauen- und Flüchtlingsfragen, Tages- und Weltpolitik – die Themen Katharina Sieverdings (geb. 1944) sind aktueller denn je. Die Beuys-Schülerin, die mehrfach auf der documenta und auf der Biennale von Venedig zu sehen war, gehört zu den herausragenden Künstler*innen der Bundesrepublik. In einem Prozess fortwährender Selbst- und Fremdreflektion schafft sie filmische und fotografische Zeitdiagnosen, die immer auch ihre eigenen medialen Voraussetzungen mitbedenken: „Kein Bild ist denkbar ohne die Gesamtheit aller Bilder, die in der Welt sind.“ Ausgehend von neuesten Arbeiten zur Corona-Krise spannt die Schau anhand von rund 100 Werken den Bogen zurück bis in die 1960er-Jahre und zeigt die Vielfalt dieser Pionierin, die bis heute die Möglichkeiten der Fotografie zwischen Verführungsmacht und Medienkritik kontinuierlich erweitert.
