Alle fünf Jahre tritt die documenta an, um die zeitgenössische Kunst neu zu definieren und – nicht nur nebenbei – die Welt zu erklären. Zentraler Begriff ist diesmal »lumbung«, das indonesische Wort für eine gemeinschaftlich genutzte Reisscheune, in der die überschüssige Ernte zum Wohl der Gemeinschaft gelagert wird. Für das Kurator:innenkollektiv ruangrupa beschreibt der Begriff zugleich eine Lebens- und Arbeitspraxis, bei der gesellschaftliches Engagement und Teilhabe im Zentrum stehen. Die berühmte Kasseler Weltkunstschau setzt daher diesmal ganz auf die Kraft des Kollektivs: Eingeladen sind nur wenige Einzelpersonen und überwiegend ganze Künstlergruppen, um gemeinschaftliche Antworten auf die Fragen unserer Zeit zu finden. Veronika Schöne gibt einen ersten Überblick über die im Vorfeld intensiv und kontrovers diskutierte documenta fifteen.
