Di. 27.8.2024
17 bis 18.30 Uhr

»Oh schöne Welt« – Franz-Kaiser-Retrospektive in der Galerie1565 in Harburg (Führung)

Kostenbeitrag:
15 Euro inkl. Begrüßungsgetränk, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro
freie Plätze

In der Harburger GALERIE1565, die in einem im denkmalgeschützten Fachwerkhaus residiert, ist zurzeit eine hochinteressante kunsthistorische (Wieder-) Entdeckung zu machen: Franz Kaiser (1888–1971), studierter Architekt, wandte sich bald nach dem Ersten Weltkrieg, angeregt vom Berliner DADA-Kreis um Raoul Haussmann und George Grosz, der freien Kunst zu.

Ab 1923 zog er als obdachloser Wanderprediger und »Inflationsheiliger« durchs Land; 1924/25 bewarb er sich als »Universalgenie« und selbsternannter »Volks-Kaiser« bei den Reichstags- und Reichpräsidentschaftswahlen. 1929 ließ er sich schließlich in Hamburg nieder; erste Erfolge stellten sich ein, 1932 erwarb die Kunsthalle eines seiner Gemälde. Unterbrochen von Verfolgung und Repression während der NS-Zeit, entstand Kaisers über 1.500 Arbeiten umfassendes, ebenso humorvolles wie gesellschafts- und religionskritisches Hauptwerk nach 1945. Etwa 70 Werke – Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Collagen – bieten nun einen umfassenden Überblick über das Schaffen dieses zu Unrecht kaum bekannten Künstlers.

Maike Bruhns ist Kunsthistoriker und Sammlerin; zahlreiche Publikationen zur Hamburger Kunstgeschichte im 20. Jahrhundert, u. a. über Anita Rée. Sie hat gemeinsam mit Jürgen Winzer, Arzt, Sammler und Nachlassverwalter Franz Kaisers, das Werkverzeichnis des Künstlers erarbeitet.