Ausgehend von Roger M. Buergels These, wonach »die Moderne unsere Antike« sei, widmet sich der Vortrag künstlerischen Positionen der Gegenwart, die eine Auseinandersetzung mit der Klassischen Moderne bieten. Diese erscheint dabei als hochdynamisch, wurden doch Stile und Ideen von den rasch wechselnden Avantgarden oft verabschiedet, bevor deren Potenziale ausgeschöpft waren. Es lohnt also, vieles aus der Moderne auf »Wiedervorlage« zu nehmen, um es in einem zweiten Anlauf zu entideologisieren oder mit anderem zu verbinden, um Leerstellen ausfindig machen oder Einseitigkeiten zu kompensieren. Anhand von Beispielen u. a. von Karin Kneffel, Thomas Huber und Heimo Zobernig erweist sich die Moderne als ein unabgeschlossenes Projekt, das verschiedenen Therapien zugleich unterzogen wird.

