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Die Poesie der venezianischen Malerei. Paris Bordone, Palma il Vecchio, Lorenzo Lotto, Tizian

Kuratorenführung mit Dr. Sandra Pisot
09. April 2017 (11.00 Uhr - 12.30 Uhr)

Es muss nicht immer Tizian sein. Auch sein Schüler und Rivale Paris Bordone (1500–1571) versteht sich auf die venezianische Farbenpracht, das Glühen und Glimmen schwerer Stofflich- und lasziver Sinnlichkeit. Bislang allerdings stand der Maler eher im Schatten berühmter Kollegen wie Tizian, Tintoretto und Veronese und wurde kaum gewürdigt. Das will die Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle nun ändern.

Sie trägt erstmals mehr als 100 Gemälde und Graphiken aus den großen Museen wie dem Pariser Louvre, der Petersburger Eremitage, den Dresdner Gemäldesammlungen und den Florentiner Uffizien zusammen, um Bordone im Lichte seiner Zeitgenossen zu zeigen. In mehrere Themenbereiche untergliedert – wie die mythologischen Bildthemen, die liegenden Akte, die Architekturdarstellungen und die Männerporträts – stellt die Schau Bordones Eigenständigkeit heraus. Eine solche umfassende Würdigung seines Schaffens ist bislang einmalig.

Denn Bordone ist mehr als nur ein Weiterer in der Reihe der großen Meister Venedigs. Seine Spezialität ist das Inkarnat, die zarte Rötung der Haut, die er seinen Frauenbildern verleiht. Und die haben es in sich. Ist die Haut in den allegorischen Darstellungen häufig von einer pulsierenden Lebendigkeit, so zeichnet die religiösen Figuren eher eine zartere, vornehmere Blässe aus. Ob es in dem einen Fall als fast erotisches Erröten, in dem anderen hingegen als metaphysische Entrückung zu deuten ist, gibt ebenso Rätsel auf wie Bordones innovativen Bildfindungen.

Die Kuratorin Dr. Sandra Pisot, seit 2014 Leiterin der Abteilung Alte Meister an der Hamburger Kunsthalle, wird uns durch die Ausstellung führen.

KURATORENFÜHRUNG Die Poesie der venezianischen Malerei. Paris Bordone, Palma il Vecchio, Lorenzo Lotto, Tizian
LEITUNG Dr. Sandra Pisot
ORT Hamburger Kunsthalle 
TERMIN Sonntag, 9. April 2017, 11 bis 12.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 12 Euro, Studierende bis 30 Jahre 9 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro (zzgl. Eintritt)

Dr. Sandra Pisot
Dr. Sandra Pisot
Studium der Kunstgeschichte, Klassischen Archäologie und Neueren und Neuesten Geschichte in Augsburg, Parma und Stuttgart. 2010 bis 2012 Volontariat an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, anschließend wissenschaftliche Mitarbeiterin an der dortigen Gemäldegalerie Alte Meister. 2013 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bucerius Kunst Forum; seit Anfang Februar 2014 Kuratorin für die Alten Meister an der Hamburger Kunsthalle.