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Florian Slotawa: Stuttgart sichten

Führung mit Dr. des. Veronika Schöne
12. Januar 2019 (11.30 Uhr - 13.00 Uhr)
abgesagt

Als sei das Aufbauteam nicht fertig geworden, als hätten sie die Skulpturen auf Kisten abgestellt, die als Sockel dienen. Oder als hätte es sich in einer Bierlaune einen Scherz erlaubt und  den berühmten Messingkopf von Rudolf Belling kurzerhand in einen Porsche gesetzt. Ein bisschen improvisiert sieht die Ausstellung aus, die Florian Slotawa in die Deichtorhallen gesetzt hat. Skulpturen aus der hochkarätigen Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart hat der Künstler frei arrangiert.

Sie stehen Spalier auf klotzartigen Sockeln, liegen am Boden oder stehen dicht gedrängt einander zugewandt, als wollten sie miteinander tuscheln. Manche stehen auf Waschmaschinen von Bosch, und Bellings Messingkopf lenkt einen Porsche. Scherz verstanden, Stuttgart, Bosch und Porsche, ja klar, und dann war da noch die Sache mit dem Nazis, bei Belling und den Autobauern. Dazwischen das Grün der Galerie, eine Farbe, so schrill wie der Museumsbau, ein Kleinod der Postmoderne.

Und postmodern ist die ganze Schau. Florian Slotawa betreibt freche Dekonstruktion, zerlegt die museale Präsentation in ihre Einzelteile. Skulptur, das ist das Werk und sein Sockel, die Figur und der Raum – und genau das thematisiert der Künstler.

Er kann das, aus etwas etwas ganz anderes machen. Berühmt geworden ist der Künstler für seine Umbauten von Alltagsdingen in komplexe Arrangements, die häufig Höhlen ähneln, aber noch häufiger in ihrem Bildcharakter an Werke der Kunstgeschichte erinnern. Den Vogel schießt er in den Deichtorhallen auch mit seiner ganz besonderen Rekonstruktion eines Picasso-Bildes ab: aus Bügelbrettern, Sackkarren und Malerrollen hat er einen OBI-Picasso geschaffen.

FÜHRUNG Florian Slotawa: Stuttgart sichten
LEITUNG Rahel Bruns, Veronika Schöne
TERMIN Samstag, 12. Januar 2019, 11.30 bis 13 Uhr
KOSTENBEITRAG 18 Euro inkl. Eintritt in die Halle für aktuelle Kunst (Deichtorhallen), Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro
Anmeldung erforderlich

Dr. des. Veronika Schöne
Dr. des. Veronika Schöne
Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Romanistik in Hamburg, Berlin und Rom. Seit 1999 freie Journalistin (u. a. SZ und NZZ), Autorin und Dozentin. Seit 2005 Veranstaltungen, seit Sommer 2007 zunächst Programmplanung für die Jungen Freunde, dann für die neue Programmsparte ADVANCED. Dissertation über den Zufall in der Gegenwartskunst.