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Durch die Blume. Eine (garten)historische Erkundung des Hamburger Grünensembles „Planten un Blomen“

Stadtrundgang mit Dr. Sylvia Necker
27. Juni 2020 (10.00 Uhr - 13.30 Uhr)
abgesagt

Wer durch die „grüne Lunge“ Hamburgs, die Parkanlage „Planten un Blomen“, spaziert, nimmt in den seltensten Fällen die vielen historischen Überschreibungen dieses Ortes wahr, der erst durch die Schleifung der Hamburger Wallanlagen im 19. Jahrhundert entstand. Zunächst Friedhofsanlage am Rande der Hamburger Innenstadt, an die ein Botanischer Garten sowie bis 1930 Hamburgs Zoologischer Garten grenzte, im Kern jedoch eine nach englischem Vorbild gestaltete Grünanlage zwischen den ehemaligen Bastionen des Wallrings, entwickelte sich der Streifen zwischen Dammtor und dem Museum für Hamburgische Geschichte im 20. Jahrhundert zum freiraumplanerischen Hotspot der Hansestadt.

Gleich vier Gartenschauen fanden in vierzig Jahren im westlichen Teil des Wallrings statt. Während die „Niederdeutsche Gartenschau“ 1935 noch den Propagandazielen der Nationalsozialisten diente, waren die Internationalen Gartenbau-Ausstellungen 1953, 1963 und 1973 als Schaufenster für die westdeutsche Moderne im Wiederaufbau gedacht. Und auch in den Jahren danach – ja bis heute – entwickelte sich die berühmte Grünanlage durch Um- und Rückbau weiter.

Unser Rundgang zwischen Beeten, Hecken und Freianlagen ist zugleich ein Spaziergang durch Hamburgs Gartengeschichte. Wir nehmen die Zusammenhänge von Zeit-, Architektur- und Planungsgeschichte in den Blick, machen Tiefenbohrungen, um die Schichtungen des Ortes abzutragen, besuchen Großbauten wie die Gewächshäuser und den Fernsehturm, überqueren Wassergräben, schlendern an Kleinarchitekturen wie Bänken, Sitzmöbeln, Pavillons und Kiosken vorbei und betrachten die in Planten un Blomen befindlichen Kinderspielflächen. Und „durch die Blume“ werden wir in der 47 Hektar großen Parkanlage sicher auch die ein oder andere botanische Schönheit entdecken.

LEITUNG Dr. Sylvia Necker
BEGLEITUNG Dr. des. Veronika Schöne
TERMIN Samstag, 27. Juni 2020, 10 bis 13.30 Uhr
KOSTENBEITRAG 29 Euro, Studierende bis 30 Jahre 22 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro
Anmeldung erforderlich

Dr.  Sylvia Necker
Dr. Sylvia Necker
Studium der Geschichte, Soziologie, Politikwissenschaften und Kunstgeschichte in Hamburg. Nach beruflichen Stationen in Hamburg und Kiel sowie am Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung in Erkner war sie von 2014 bis 2017 Kuratorin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Dokumentation Obersalzberg in Berchtesgaden. Nach einem Forschungsprojekt zur jüdischen Privatfotografie an der Universität Nottingham (2018–2019) leitet sie seit dem 1. August 2019 das LWL-Preußenmuseum in Minden. Ausstellungen, Vorträge, Führungen und Seminare zur Architektur- und Stadtgeschichte sowie zur jüdischen Geschichte.