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#2610

Schaulust und Seelenheil: Altarretabel und Andachtsbilder von Meister Bertram bis Hans Holbein d. Ä.

Kuratorinseminar mit Dr. Sandra Pisot
01. Juni 2018 (14.00 Uhr - 17.00 Uhr)
Wir bieten dieses Seminar alternativ auch am 15.6.2018 an.

Im Mittelalter dienten bildliche Darstellungen in Kirchen der Übermittlung der christlichen Heilsbotschaft. Gott bestimmte den Alltag der Gläubigen, deren oberstes Ziel es war, ein nach den Geboten der Kirche unbescholtenes Leben zu führen, um am Tag des Jüngsten Gerichts Erlösung und das ewige Leben zu erlangen. Malerei und Skulptur fungierten dabei als „Text“ für die Ungebildeten, denn religiöse Szenen boten den Menschen eine vorbildhafte Anleitung für ein christliches Dasein; sie waren gleichzeitig moralische Empfehlung sowie Warnung vor Sünde und Laster.

Darstellungen vom Jenseits zwischen Erlösung und Verdammnis, Himmel und Hölle waren ebenso verbreitet wie Abbildungen von extremen Emotionen wie Schmerz und Furcht. Die Bilder vermochten Affekte auszulösen, sie beeinflussten die Hoffnungen und Ängste der Gläubigen. So konnten Erzählungen aus dem Marienleben und Martyrien von Heiligen den Glauben bestärken, Passionsbilder den Menschen zur Reue bewegen. Bilder besaßen Macht über ihre Betrachter, indem sie diese in ihren Gefühlen ansprachen. Darstellungen von Christus, Maria und den Heiligen als Leidenden forderten unmittelbar zum Mitleiden auf. 

Alfred Lichtwark hatte neben dem Thomas-Altar von Meister Francke (1898) auch den ehemaligen Hochaltar der Hamburger Petrikirche von Bertram von Minden (1903) erworben, dessen Stellenwert er so kommentierte: „Seit im Herbst 1900 der berühmte Grabower Altar […] als ehemaliger Hauptaltar von St. Petri in Hamburg erkannt worden war, hat die Kunsthalle es für die dringlichste Aufgabe erachtet, den Spuren […] des bekannten Meisters Bertram nachzugehen und seine Werke für die Vaterstadt zurück zu gewinnen.“

Vor den Originalen in der Sammlung Alte Meister wollen wir uns nun selbst auf die Spuren der mittelalterlichen Kunst begeben.

LEITUNG Dr. Sandra Pisot
TERMIN Freitag, 1. Juni 2018, 14 bis 17 Uhr
KOSTENBEITRAG 22 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr. Sandra Pisot
Dr. Sandra Pisot
Studium der Kunstgeschichte, Klassischen Archäologie und Neueren und Neuesten Geschichte in Augsburg, Parma und Stuttgart. 2010 bis 2012 Volontariat an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, anschließend wissenschaftliche Mitarbeiterin an der dortigen Gemäldegalerie Alte Meister. 2013 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bucerius Kunst Forum; seit Anfang Februar 2014 Kuratorin für die Alten Meister an der Hamburger Kunsthalle.