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London 1938 – Mit Kandinsky, Liebermann und Nolde gegen Hitler

Seminar mit Dorith Will, M. A.
30. November 2018 (14.00 Uhr - 17.00 Uhr)
ausgebucht

Im Juli 1937 wurde in München die NS-Propagandaschau „Entartete Kunst“ eröffnet und wanderte danach durch mehrere deutsche Städte. Als Antwort auf diesen Feldzug gegen die Moderne verstand sich die Ausstellung „Twentieth Century German Art“, die 1938 in London gezeigt wurde. Heute ist sie weitgehend vergessen, dabei war die Schau eines der größten Emigrantenprojekte jener Zeit. Annähernd 300 Meisterwerke der modernen deutschen Kunst waren dort versammelt. Kein leichtes Unterfangen, denn in britischen Museen gab es kaum geeignete Werke, die hätten ausgeliehen werden können. Hinzu kamen politische Rücksichtnahmen, setzte doch die Londoner Regierung zu diesem Zeitpunkt noch auf „Appeasement“

Konzipiert wurde das Projekt ursprünglich von zwei Kunsthändlerinnen: Noel Norton in London und Irmgard Buchard in Zürich. Dann kam Paul Westheim, der im Pariser Exil lebende einstige Herausgeber des „Kunstblatts“, hinzu, ehe der britische Kunstkritiker Herbert Read die renommierten New Burlington Galleries als Ausstellungsort gewann. Etwa die Hälfte der Exponate stammte von deutschen Emigranten und Künstlern, die von den Nationalsozialisten als „entartet“ gebrandmarkt oder als Juden verfolgt wurden. Das Spektrum reichte von Max Liebermann über den „Blauen Reiter“ bis zu den Bauhaus-Künstlern Klee, Kandinsky und Schlemmer. Prominent vertreten waren auch Max Beckmann und Emil Nolde oder die Bildhauer Barlach und Lehmbruck.

2018 jährt sich das historische Ereignis zum 80. Mal – Anlass für die Liebermann-Villa in Berlin, diesem bedeutendsten kulturellen Manifest gegen die Nationalsozialisten eine eigene Ausstellung zu widmen. Unser Seminar erzählt die Geschichte der Londoner Schau vor dem Hintergrund der NS-Kunstpolitik und kann so auch als Vorbereitung auf die Tagesfahrt nach Berlin dienen (siehe S. 48).

Das Seminar findet im Veranstaltungsraum statt.

LEITUNG Dorith Will, M. A.
TERMIN Freitag, 30. November 2018, 14 bis 17 Uhr
KOSTENBEITRAG 24 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

 Dorith Will, M. A.
Dorith Will, M. A.
Studium der Kunstgeschichte, Philosophie und Literaturwissenschaft in Hamburg und Florenz. Seit 2000 als freie Mitarbeiterin in der Hamburger Kunsthalle tätig. Schwerpunkte sind neben der Kunstgeschichte vor den Originalen die Entwicklung der Kunst seit 1960 und deren Materialaspekte sowie ästhetische Fragestellungen.