Toggle Menu

40 Jahre deutsch-deutsche Kunstgeschichte. Zur Ausstellung „Utopie und Untergang. Kunst in der DDR” im Kunstpalast Düsseldorf

Seminar mit Dr. Karoline Künkler
29. September 2019 (13.00 Uhr - 17.00 Uhr)

Eingedenk der 30 Jahre, die bald vergangen sein werden, seit die Berliner Mauer fiel, widmet sich eine Ausstellung in Düsseldorf der Kunst, die zwischen 1949 und 1989 „drüben“ entstand. Sie versammelt Hauptwerke von Heisig, Mattheuer, Sitte und Tübke, die mit der documenta 1977 als DDR-Maler bekannt wurden, sowie Arbeiten jener, die haderten mit dem System und erst recht mit dem Sozialistischen Realismus.

Schon die Vokabel „DDR-Kunst“ – eine Stilrichtung, verschweißt mit politischer Ideologie – ruft zwei weitere Daten auf den Plan, die ins gesamtdeutsche Jubiläumsjahr 2019 fallen: Vor 70 Jahren, anno 1949, wurde am 23. Mai die BRD, am 7. Oktober die DDR gegründet, zwei getrennte Staaten, dieser mit Ost-, jener mit Westbindung. Wie erscheinen uns die 40 Jahre deutsch-deutscher Kunstgeschichte heutzutage, da man 1989 hoffte, deren doppelte Schreibung zu überwinden? Mit dieser Leitfrage im Sinn wollen wir die beiden deutschen „Kunstgeschichten“ an Bildbeispielen nachzeichnen.

Richtschnur soll dabei Kandinskys Prognose von 1912 sein, die Kunst werde sich zwischen zwei gleichrangigen Polen – Abstraktion und Realistik – entfalten. Daraus wurde im geteilten Deutschland Gegnerschaft unter dem Signum des Kalten Krieges: Ungegenständlichkeit versus Realismus. Dass etliche Kunstschaffende die kunstfremde Demarkationslinie überschritten haben – hüben wie drüben, auf je eigene Weise und unter Inkaufnahme unterschiedlicher Risiken – zeigt der Vergleich, zu dem deutsch-deutsche Paarungen herausfordern, darunter: Willi Sitte / Wolf Vostell sowie Gerhard Richter / Bernhard Heisig (Thema „Krieg“), Werner Tübke / Konrad Klapheck (sozialistischer und magischer Realismus), Gruppe Zero / Hermann Glöckner (Abstraktion), Cornelia Schleime / Elvira Bach (malerische Figuration).

Das Seminar findet im Veranstaltungsraum statt.

LEITUNG Dr. Karoline Künkler
TERMIN Sonntag, 29. September 2019, 13 bis 17 Uhr
KOSTENBEITRAG 26 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 5 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

Dr. Karoline Künkler
Dr. Karoline Künkler
Studium der Bildenden Kunst, Kunstgeschichte, Kunstsoziologie, Erziehungswissenschaften und Germanistik an der Kunstakademie sowie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, dort Promotion mit der Dissertation „Aus den Dunkelkammern der Moderne. Destruktivität und Geschlecht in der Bildenden Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts“ (erschienen 2012). Dozentin und Autorin für Kunstgeschichte, Lehraufträge an den Universitäten Oldenburg und Düsseldorf.