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Max Beckmann. weiblich–männlich. Seminar zur Ausstellung

Kuratorinnenseminar mit Sophia Colditz
17. Juni 2020 (13.00 Uhr - 16.00 Uhr)
abgesagt

Dreh- und Angelpunkt in der Kunst Max Beckmanns (1884–1950) war der Mensch, und so verstand er sich vor allem als Maler von Figuren. In seinen Selbstbildnissen, Porträts, biblischen und mythologischen Darstellungen treten immer wieder Frauen und Männer auf: Sie stehen für sich oder bilden Gemeinschaften, sie kämpfen oder umarmen sich. Ihre Gestalten veranschaulichen die unterschiedlichsten Facetten menschlichen Zusammenseins – Begehren und Hingabe, Widerstreit, Macht und Ohnmacht, Freiheitsdrang und Verschmelzung.

Erstmals nimmt eine Ausstellung nun Beckmanns komplexe, sich über die Zeit verändernde Bilder des Weiblichen und Männlichen in den Blick und befragt sie sowohl auf ihre historische Bedeutung als auch auf ihre Aktualität für unsere Gegenwart. Nicht zufällig entstand Beckmanns Werk in einer Zeit, in der sich traditionelle Rollenzuschreibungen aufzulösen begannen und ein grundsätzlicher Wandel in den Konzepten von Weiblichkeit und Männlichkeit einsetzte. Diskutiert wurden Geschlechterbeziehungen, Emanzipation, Androgynität und die Frage, ob jedes Individuum aus weiblichen und männlichen Anteilen bestehe.

Hochgradig fasziniert von solchen Debatten, befasste sich Beckmann zeit seines Lebens mit philosophischen und naturwissenschaftlichen Fragen nach dem Ursprung, dem Wesen und der Bestimmung des Menschen, mit Kosmogonie, Anthropologie und Psychologie. Er las Autoren wie Max Scheler, Sigmund Freud und C. G. Jung, aber auch Arthur Schopenhauer sowie die theosophischen Schriften von Helena Blavatsky.

Die Kuratorin Dr. Karin Schick sowie ihre Mitarbeiterin Sophia Colditz stellen das Projekt ausführlich vor und verorten Beckmanns Bilder des Weiblichen und Männlichen im Kontext seiner Zeit. Das Seminar findet in der Ausstellung statt.

LEITUNG Sophia Colditz, M. A.
TERMIN Mittwoch, 17. Juni 2020, 13 bis 16 Uhr
KOSTENBEITRAG 24 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro (zzgl. Eintritt)
Anmeldung erforderlich

 Sophia Colditz
Sophia Colditz
Studium der Kunstgeschichte und Rechtswissenschaften in Göttingen und Hamburg. 2012–2016 studentische Mitarbeiterin im Digitalisierungsprojekt der Hamburger Kunsthalle. Seit 2016 wissenschaftliche Assistentin bei den Ausstellungsprojektprojekten „Anita Rée. Retrospektive“ und „Max Beckmann. weiblich-männlich.