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#2690

Boran Burchhardt: "Veddel vergolden"

Künstlergespräch mit Boran Burchhardt
25. August 2018 (12.00 Uhr - 14.00 Uhr)

Die Wogen schlugen hoch. Und sie sind noch nicht verebbt. Rund 85.000 Euro hat die Stadt bewilligt für ein Kunstprojekt: Boran Burchhardt hat ein Haus auf der Veddel vergoldet. Gold ist etwas, das jeder versteht. Doch anstatt das Projekt als bitterbösen Kommentar auf Geldverschwendung und Ghettoisierung zu begreifen, geriet es bei den meisten Kommentatoren sofort in den falschen Hals.

In Sozialprojekte oder Infrastruktur solle man das Geld stecken, gerade in einem Stadtteil, in dem so viele Menschen auf „Stütze“ angewiesen seien. Stigmatisiert fühlten sich die Veddeler, weil in den Debatten über das Projekt wieder permanent vom abgehängten Stadtteil, ja vom Ghetto die Rede war, ein altbekanntes Mantra, das den Status quo eher zementiert als neue Perspektiven zu öffnen. Dabei wollte Burchhardt eigentlich genau das erreichen: provozieren, aufrütteln, Widerstand hervorrufen – doch richtete sich der ausschließlich gegen sein eigenes Projekt.

Kultur gegen Soziales, Überflüssiges gegen Notwendiges – diese Gegensätze wurden auch hier wieder kräftig gegeneinander ausgespielt. Burchhardt sah sich einem Sturm der Entrüstung ausgesetzt. Nicht nur Verschwendung und Respektlosigkeit wurde dem Künstler vorgeworfen, auch Arroganz, denn ob das Kunst sei, würde allein er bestimmen.

Wir wollen uns nun selbst ein Bild machen, gemeinsam mit dem Künstler vor Ort auf der Veddel das Ergebnis in Augenschein nehmen und mit ihm über Kunst und Demokratie, Provokation und Partizipation und die Schwierigkeiten von Vermittlung debattieren.

IM GESPRÄCH Boran Burchhardt
MODERATION Dr. des. Veronika Schöne
TERMIN Samstag, 25. August 2018, 12 bis 14 Uhr
KOSTENBEITRAG 18 Euro inkl. Eintritt inkl. Snacks und Drinks, Studierende bis 30 Jahre 15 Euro, Zuzahlung für Nichtmitglieder 3 Euro
Anmeldung erforderlich

Boran Burchhardt
Jahrgang 1973, Studium an der HfbK Hamburg bei Claus Böhmler, Bogomir Ecker, Wiebke Siem und Andrea Tippel; Assistenz bei Andreas Slominski (2001-2005). Ditze-Begabtenförderung 2002, Hamburg-Stipendium 2009; z. Zt. Jahresstipendium 2018 der Stiftung Kunstfonds, Bonn. Zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellungen, u. a.: "Arbeit für einen Museumswärter ohne Stuhl", Installation, Galerie der Gegenwart, Hamburger Kunsthalle (2003); "Turm Nord und Süd" ("Darf ich mal Ihr Minarett anmalen?"), Centrum-Moschee Hamburg-St. Georg (2000-2009).